Spaß mit der Deutschen Bahn

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Vergangenen Sonntag stand mal wieder eine Reise mit der Deutschen Bahn an. Die Strecke zwischen Hamburg und Uelzen ist in einer Fahrzeit von etwa einer Stunde zu bewältigen und stellt somit kein großes Hindernis dar. Übermüdet und mit einer fehlfunktionierenden App ist das Ganze allerdings nicht ganz so einfach.

Die Hinfahrt

Ich saß im Metronom. Ich hörte einen guten Podcast. Als Hoodie- und Shortsliebhaber hatte ich es sogar angemessen bekleidet durch den Hamburger Regen in das Zugabteil geschafft. Grund, stolz zu sein. Ein perfekter Tag beginnt ja oftmals mit den kleinen Dingen.

Klein, genau. Mit sehr kleiner Bedeutung von mir wahrgenommen, wurde auch die Durchsage des Metronom-Mitarbeiters.
Ich wollte es einfach nicht hören, musste es aber.

Sehr geehrte Damen und Herren, es gibt eine Sicherheitswarnung. Bitte verlassen Sie sofort den Bahnsteig.

Natürlich waren damit auch die am Bahnsteig stehenden Züge gemeint.
Die Dame am Schalter wies mich anschließend darauf hin, dass meine HVV-ProfiCard natürlich nicht für den wenig später startenden IC gelte. Eine Ticketbestellung über die Bahn-App später, saß ich dann trotzdem im besagten InterCity. Wir rollten.

Da die Hinfahrt, aufgrund einer Abholmöglichkeit, bereits in Lüneburg enden sollte, war ich erleichtert, nur eine halbe Stunde verloren zu haben.
Die Laune war also nur semi-schlecht. Ich befand mich allerdings in einem Zug der Deutschen Bahn. Semi-schlechte Laune scheint in diesem Umfeld eine unerwünschte Gefühlslage zu sein. Sehe ich ein. Änderte sich dann auch mit der nächsten Durchsage:

Sehr geehrte Damen und Herren, aufgrund der schwierigen Verhältnisse am Hamburger Hauptbahnhof sind auf dieser Fahrt ausnahmsweise auch HVV-ProfiCards zugelassen.

Danke, Deutsche Bahn! Sehr nett. Noch hatten Sie mich aber nicht am Boden. Ich war geneigt, weiterzukämpfen. Der Plan: Zehn Minuten in Lüneburg zu investieren und das Geld für mein IC-Ticket zurückbekommen.
Geht leider nicht. Rückerstattung erst ab 15 Euro. Sauber.

Die Rückfahrt

Das Ticket für die Rückfahrt kaufte ich dann ebenfalls über die App. 23.22 Uhr mit dem IC. Ich kam allerdings schon gegen 23 Uhr am Bahnhof Uelzen an. Durch kurzes Googlen fand ich heraus, dass der vor mir wartende Metronom ebenfalls durch mein Ticket befahrbar ist. Ich würde zwar nur zwei Minuten früher in Hamburg ankommen, dafür aber nicht 15 Minuten einsam frierend am Bahnsteig verbringen müssen.

Ich wunderte mich noch kurz darüber, dass mir dieser Zug nicht in der App angezeigt wurde, beruhigte meine Gedanken dann aber letztlich mit einem: “Frag einfach nicht mehr nach”.

Kurz nach Lüneburg kam es dann zur Fahrkahrtenkontrolle. Ich zeigte mein Ticket und wurde aufgefordert, meine Bahncard 25 vorzuzeigen. Sehr merkwürdig, denn ich besaß gar keine.
Selbst die App zeigte nichts an. Ich versuchte der Kontrolleurin mitzuteilen, dass mir oder der App ein Fehler unterlaufen sei, ich aber gerne den Preis ausgleiche. Natürlich war dies nicht mehr möglich. Immerhin hatte die Dame sicher bald Feierabend und ich war zu diesem Zeitpunkt der einzige Fahrgast im gesamten Wagon. Es war also mehr als angebracht, mit übertriebener Härte vorzugehen und mich mit 60 Euro Schwarzfahrergebühr zu bestrafen. Vorallem wenn sich herausstellt, dass das IC-Ticket selbst mit BahnCard 25 nur ein wenig billiger ist als das Metronom-Ticket für die selbe Strecke.

Ich akzeptierte meine Strafe. Die Dame hatte ja nur Ihren Job getan. Ihren Job hätte meine HVV-ProfiCard im Metronom allerdings auch getan, da die Kontrolle nach Lüneburg erfolgte und ich mich somit im Gültigkeitsbereich an Wochenenden befand.

Nächste Woche geht es nach Braunschweig. Ich freu mich.

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