Meine Ummeldung in drei Akten

Meine Ummeldung in drei Akten erzählt meine persönliche Geschichte des Ummeldevorgangs. Wie in einem Theaterstück, hatte auch meine Geschichte ihre Ups and Downs. Doch bevor ich starte noch schnell eine Information zu den drei Akten:

Wenn sich die dramatische Handlung in drei Unterabteilungen gliedert, nämlich die Information über die Voraussetzungen (Exposition), die Zuspitzung der Konflikte bis zum Höhepunkt (Entwicklung) und die Lösung (Komödie) bzw. die Katastrophe (Tragödie), ist die Einteilung in drei Akte naheliegend. – Quelle Wikipedia

Die Exposition

Man könnte meinen, dass bei einem Zusammenziehen zweier Partner die Organisation des Umzuges, das Tragen der Möbel und das Neukaufen fehlender Dinge die Arbeiten sind, denen Priorität zukommen sollte. Wie ihr in meinem Blog über das Umzugsunternehmen ja bereits lesen konntet, hatten wir mit dem Umzug meiner Freundin schon mal nicht so viel Glück. Aus diesem Grund haben wir uns im Anschluss auch dem Punkt „Neukaufen fehlender Dinge“ gewidmet. Dies verlief bis dato reibungslos. Unsere persönliche Umzugchecklist sah also so aus:

  • Organisation eines guten Umzugsunternehmens – Vollkommen fehlgeschlagen
  • Tragen aller Möbel und Dinge – Teilfehlschlag, da wir selbst die Hälfte haben tragen müssen
  • Einkauf fehlender Dinge – Läuft!

Mit guten 33 Prozent gingen wir also den vierten Schritt an: Die Ummeldung. Für diesen Schritt hatten wir uns qualifiziert, da dem Umzug am 26.09.2015 eine fristgerechte Terminvereinbarung am 05.10.2015 folgte. Die 14 tägige Frist zur Ummeldung wurde also eingehalten.

Nachdem wir alle erforderlichen Dokumente vorausgefüllt und bereitgelegt hatten, wurden wir auf das neue Gesetz aufmerksam, welches ab 01.11.2015 in Kraft getreten ist. Wir hatten also noch eine Wohnungsgeberbestätigung einzuholen. Da man mit 28 Jahren ja nicht das erste mal in einem Amt zu Besuch ist und die Mühlen des Staates bereits kennt, bemühte ich mich, auch dieses Dokument direkt zu dem Termin mitzubringen. Der am 05.10.2015 beantragte Termin fiel übrigens auf den 19.11.2015. Man kann also bei einer Ummeldung sowieso mit ein wenig Verzögerung rechnen. Doch zurück zur Wohnungsgeberbestätigung. Trotz Hinweis auf das neue Gesetz gelang es mir nicht, die Mitarbeiterin unserer Vermietergesellschaft davon zu überzeugen, dass ich das angesprochene Dokument benötigte. Sie könne nur eine Mietbescheinigung ausstellen. Ich weiß, dass die Vermieterbescheinigung seit 1.11.2015 gleich der Wohnungsgeberbestätigung ist. Mit Mietbescheinigung meine ich hier, und auch im weiteren Verlauf des Beitrags, das Dokument, das im Prinzip den Mietvertrag bestätigt.

Der Termin beim Amt verlief so, wie es zu erwarten war. Alle Dokumente lagen vor und wir wurden umgemeldet. Der Sachbearbeiter ließ mich allerdings nicht ohne Anmerkung gehen: „Ich gebe Ihnen noch dieses Dokument mit. Das muss ausgefüllt vom Vermieter binnen 14 Tagen an uns gesendet werden. Es handelt sich um die Wohnungsgeberbestätigung“. Absolut überraschend! Der Mietvertrag und die Mietbescheinigung, die ich beide vorsichtshalber dabei hatte, waren nicht die richtigen Dokumente.

Es ging also in die zweite Runde. Wählen, 30-minütige Warteschleife, andere Mitarbeiterin der Vermietergesellschaft am Apparat.

Der Höhepunkt

Wie von Zauberhand wusste man nun über das neue Gesetz bescheid und hatte, wie es sich gehört, auch schon einen Vordruck parat. Ich erzählte also freundlich unsere Geschichte und wies darauf hin, dass wir am 26.09.2015 eingezogen sind. Die darauf folgende Konversation kann man kurz und knapp mit „Nein!“ zusammenfassen. Die Mitarbeiterin war schlichtweg der Meinung, dass das Datum auf dem Dokument immer der Beginn des Mietverhältnisses sein muss. Ich versuchte es auf allen erdenklichen Wegen. Auch die Tatsache, dass ich ihr die Rechnungen des Umzugunternehmens zeigen könnte, lies sie nicht von ihrer Meinung abweichen. Auf die Frage welchen Sinn das neue Gesetz ergeben würde, wenn man also nur ein Dokument einreichen muss, welches exakt der vorher benötigten Mietbescheinigung entspricht, hatte sie lediglich die Antwort „Es muss so!“. Ich gab es auf, wies sie darauf hin, dass sie meiner Ansicht nach einen Fehler machte und wurde mit einem auflegenden „sie können sich ja schriftlich beschweren“ verabschiedet.

Ich war in Telefonlaune gekommen. Hatte ich mich vielleicht geirrt? War die Telefonistin im Recht? Wenn nicht, wie kann das überhaupt so gelaufen sein? Die Nummer des Amtes war schnell gewählt. Der freundliche Mitarbeiter erklärte mir die zu vermutenden Dinge:

  • Als allererstes einmal: Ich war im Recht
  • „Der Einzug“ ist nicht näher definiert. Pi mal Daumen kann man jedoch sagen: „wenn man das erste Mal in der neuen Wohnung schläft“
  • Mietbescheinigung und Wohungsgeberbestätigung unterscheiden sich vorallem dadurch, dass in der Wohnungsgeberbestätigung das Datum des Einzuges genannt wird. Damit ist ausdrücklich nicht der Mietbeginn gemeint.
  • Beispiel des Mitarbeiters: „Viele Leute mieten eine Wohnung und renovieren diese dann erstmal vier Monate. Das heißt nicht, dass sie schon eingezogen sind!“

Die Komödie der Ummeldung

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Ob die Geschichte nun komödiantischer Natur ist oder ihr tragisches Ende darin findet, dass ich letztlich den Schrieb mit dem falschen Einzugsdatum per Email (inkl. Hinweisen über den Ablauf) an das Amt schicken sollte.

Auf der einen Seite sah ich mich ein wenig als kleiner Sieger. Andre, der es der Mitarbeiterin eigentlich gezeigt hatte. Der im Behördendschungel instinktiv die richtige Absicht eines neuen Dokuments erkannte.  Andre, der dran blieb und den Fachmann um Hilfe bat. Auf der anderen Seite war ich allerdings auch Andre, der am falschen Ende der Leitung saß. Der abgewiesen und unfreundlich behandelt wurde. Das Szenario war insgesamt eher wie die Suche nach dem blauen Passierschein A38 in „Asterix erobert Rom“.

Ich freue mich auf weitere lustige Abenteuer im Papierdschungel von Hamburg. Vielleicht will man irgendwann ja was wirklich „kompliziertes“ machen und nicht nur dem Staat mitteilen, dass man in eine andere Wohnung gezogen ist. Da fällt mir ein: Ich muss auch noch einen Reisepass beantragen…

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